Lightroom 6 / CC

Vor einigen Tagen ist Lightroom in einer neuen Version herausgekommen. Darauf mussten wir lange warten. Ob es sich aus meiner Sicht gelohnt hat, lest ihr hier. 

Eins vorab: Zum Glück gibt es die Software auch weiterhin als Upgrade (73 Euro) oder Vollversion (123 Euro) mit unbegrenzter Laufzeit. Es ist also auch weiterhin möglich, das Programm ohne Creative-Cloud-Mitgliedschaft zu nutzen.

Bei der Entwicklung Lightroom 6 – beziehungsweise Lightroom CC wie es für die Cloud-Junkies heißt – stand wohl vor allem die Geschwindigkeitsoptimierung im Vordergrund. Besonders für die Besitzer von 4K-Monitoren und Kameras wie der Nikon D810 mit 36 Megapixeln war Lightroom 5 unerträglich langsam. Aber auch bei vergleichsweise verbreiteten Hardware-Kamera-Kombinationen war die Leistung nicht gerade berauschend.

Tatsächlich läuft Lightroom 6 auch bei mir wesentlich schneller. Das gilt allerdings nur für das Entwickeln-Modul. Einige Rechenoperationen in diesem Programmbereich hat Adobe an die Grafikkarte ausgelagert und dies merkt man vor allem beim Verlaufsfilter und bei der Bearbeitung mit einem Pinsel. Auch beim Verschieben der einzelnen Regler ist die Reaktion deutlich flotter.

Im Bibliothek-Modul ist von einer Geschwindigkeitssteigerung dagegen nichts zu spüren. Das Blättern durch die Bildersammlung könnte für mein Empfinden deutlich schneller vonstatten gehen. Das Programm Photomechanic zeigt wie schnell es laufen kann. Es ist allerdings auf die Anforderungen von Sport- und Agenturjournalisten zugeschnitten, die im JPG-Format fotografieren und mit RAW-Dateien ansonsten nicht viel am Hut haben.

Die wirklichen Neuerungen halten sich für meinen Geschmack in Grenzen: Für die HDR- und Panoramafunktionen muss jetzt nicht mehr extra Photoshop geöffnet werden und die Einstellungen sind wirklich kinderleicht, so dass man schnell ansehnliche Ergebnisse bekommt. Die eingefleischten Fans werden jedoch auch weiterhin auf die entsprechenden Spezialprogramme zurückgreifen, also Photomatix Pro oder HDR Efex Pro für HDR-Bearbeitungen und PTGui oder Hugin für Panoramen.

Sehr nützlich finde ich dagegen die Möglichkeit, beim Verlaufsfilter eine Maske anzulegen: Schließlich ist der Horizont – wenn man nicht gerade am Meer fotografiert – selten eine gerade Linie. Sobald man den Himmel ein wenig abdunkelt, sind davon Berge, Häuser, Wälder und andere „Hindernisse“ ebenfalls betroffen. Über einen neuen Pinsel lassen sich diese Bereiche jetzt maskieren und damit von der Bearbeitung ausnehmen.

Ebenfalls sehr hilfreich finde ich die Gesichtserkennung, allerdings ist sie doch etwas hakelig umgesetzt. Der Rechner kommt bei mir jedenfalls häufiger ins Stocken.

Man kann auch nicht gerade davon sprechen, dass es viele neue Funktionen gäbe. Am auffälligsten sind noch die neue Automatisch-Ausrichten-Funktion und das „Pet Eye“ Removal Tool für totgeblitzte Haustiere. Die umfangreichste mir bekannte Liste mit den Änderungen findet ihr auf der Seite der Lightroom-Queen, die ihren Titel zurecht trägt.

Fazit: Wer Lightroom 5 hat, sollte sich die neue Version ruhig gönnen. Trotz der ansonsten eher mauen Verbesserungen ist der Geschwindigkeitssprung spürbar. Wer über den Einstieg in Lightroom nachdenkt, sollte sich auch einmal Capture One Pro angucken. Es muss schließlich nicht immer Adobe sein.

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