Wie bringt man eigentlich Sonnenstrahlen aufs Foto?

Wenn ihr direkt in die Sonne oder in eine andere Lichtquelle hinein fotografiert, könnt ihr ganz gezielt steuern, wie die Strahlen auf dem Foto abgebildet werden. Mein heutiger Fototipp verrät Euch wie.

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Vielleicht ist es Euch auch schon einmal so gegangen: Irgendwie wurden die Lichter auf dem Bild zu großen runden, hellen Flecken ohne viel Struktur. Doch eigentlich wolltet ihr viel lieber die einzelnen Strahlen sehen. Sowohl in der Dunkelheit – zum Beispiel beim nächtlichen Fotostreifzug durch die Stadt – als auch beim Fotografieren in die Sonne kann dies bei einer Spiegelreflexkamera durch die Wahl der Blende beeinflusst werden.

Blendensterne erzeugen

Blendensterne sind ein optischer Effekt. Vereinfacht gesagt entstehen sie durch die Beugung des Lichts an den Blendenlamellen. Je nach gewählter Blendenzahl fällt das Ergebnis unterschiedlich aus. Auf zwei Beispielbildern seht ihr die Auswirkungen verschiedener Blendeneinstellungen auf das Bildergebnis:

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Bei Blende 22 entstehen schöne einzelne Strahlen.

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Bei Blende 5 hingegen erscheinen die Straßenlaternen jeweils als diffuse helle Flächen.

Ich erzeuge die Blendensterne, indem ich im Programm Blendenvorwahl (AV-Programm bei Canon/A bei Nikon) erst einmal Blende 16 einstelle und mich dann langsam an das gewünschte Ergebnis herantaste, indem ich die Blende weiter schließe. Die Anzahl der Strahlen lässt sich allerdings nur bedingt beeinflussen: hierfür ist entscheidend, wie viele Blendenlamellen Euer Objektiv hat.

Doch nicht nur die Blende selbst hat einen Einfluss auf das Bildergebnis, sondern auch die Größe der Lichtquelle. Bei der Sonne zum Beispiel kann es passieren, dass der Stern trotz kleiner Blendenöffnung immer noch diffus wirkt. Das liegt dann meist daran, dass die Lichtquelle insgesamt noch zu groß ist. Manchmal kann man da noch etwas machen:

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Die Bilder wurden beide mit Blende 22 aufgenommen. Beim rechten Bild bin ich einen Schritt weiter in den Schatten des Baums gegangen, so dass ein geringerer Teil der Sonne zu sehen war, somit war die Lichtquelle kleiner.

Geeignete Motivsituationen

Am meisten nutze ich diesen Effekt bei nächtlichen Aufnahmen in der Stadt. Straßenlaternen, Beleuchtungen von Sehenswürdigkeiten und sonstige Lichter erscheinen dann in schönen Strahlen. Wie hier in Florenz – eine richtige Sternenkette!

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Oder in Dresden… Die „Flecken“ sind übrigens Regentropfen.

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Aber natürlich funktioniert es auch am helllichten Tag mit der Sonne. Hier lässt sich der Effekt leichter erzielen , wenn die Sonne an einer Kante liegt. Dies kann zum Beispiel ein Gebäude sein. In der Natur bieten sich auch Felsen an. Bei Dämmerung mache ich es mir leicht und lasse die Sonne einfach am Horizont strahlen. Je direkter in die Sonne hinein fotografiert wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch noch ungewünschte Blendenflecke, sogenannte Lens Flares, im Bild zeigen. Mit einer Gegenlichtblende lassen sich diese meist etwas eindämmen. Aber nicht nur die direkte Sonne, sondern auch Sonnenreflexionen auf Wasser(tropfen) sind ein Motiv, bei dem sich mit Blendensternen schön experimentieren lässt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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